Aus dem Jahr 2019
Man hört immer, dass es Blödsinn sei, dass alles früher besser war. Das es Etwas sei, das Ältere sagen, die alles verklären und vor allem ihre Jugend. Verbitterte ewig gestrige.
Leute, die Veränderungen nicht leiden können, an ihre Routine festhalten, Fortschritt-Muffels, kurzum absolut rückwärtsgewandte Nervensäge!
Und es stimmt, dass es sie gibt die Verklärer*innen. Wenn man sie zuhört, hat früher, und man weiß nie wann dieser Früher war, alles besser funktioniert. Vor allem war die Jugend besser erzogen, besser gekleidet und hat gemacht was man tun musste, um ein ordentliches Leben zu haben. Oder sie war phantasievoller, rebellierender und überhaupt schöner.
Und es stimmt, dass früher früher war, weil heute, heute ist und die Gesellschaft sich halt wandelt.
Und es stimmt auch, dass Vieles Was es heute gibt, gab es auch früher. Es gab Arbeit und Arbeitslosigkeit, renovierte und sanierte Gründerzeitwohnungen und Bruchbuden, geschminkte Frauen und geschniegelte Jungen, Frauen, die sich nicht dem Geschlechterkanon angepasst haben und Jungen ebenso, Afro- und weiße Deutsche, ruhige Sonntage und wilde Nächte, Angeber*innen, Umweltsauereien, verdorbenes Fleisch, Technologiefeinde, eine verbürgerlichte Mittelschicht, die alles Mögliche verklärt hat und rückwärtsgewandte Nervensäge!
Und wenn es doch stimmen würde, dass es früher besser war? Wäre es nicht niederschmetternd?
Doch wenn man sich Berlin heute anguckt, könnte es – eventuell – den Eindruck erwecken, dass es früher besser war,
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